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Nepalesischer Pavillon auf der EXPO 2000 in Hannover

Der Nepalesische Pavillon steht als Symbol für das friedliche Zusammenleben der beiden Religionen in Nepal, des Hinduismus und des Buddhismus. Im Entwurf des Pavillons sind Elemente typischer Tempelanlagen beider Religionen vereint:
Auf der einen Seite die kugelförmige Kuppel, Stupa genannt, die den buddhistischen Teil verkörpert. Sie ist als halbe Rippenkuppel mit einer Mittelstütze ausgeführt, die auch den 12,50 m hohen Turmaufsatz trägt. Die Mittelstütze der Stupa ist gleichzeitig Eckstütze der Pagoda, des hinduistischen Tempels über quadratischem Grundriß. Der Sattal, als Umgang, faßt die gesamte Anlage zusammen. Alle Baukörper der Anlage sind bis zu 2000 Jahre alten Tempeln in Kathmandu nachempfunden. Die Bauteile wurden in Nepal abgebunden, wo sie von ausgesuchten Handwerkern mit aufwendigen Schnitzereien verziert wurden.
Trotz der Beteuerungen der IEG, daß Bauwerke wie Stupa, Pagoda und Sattal in Nepal seit Jahrhunderten ihre Tragfähigkeit unter Beweis gestellt haben, war ein statischer Nachweis erforderlich, da die Tempel hier nicht in ihren vollständigen Strukturen als geschlossene Kuppel oder Fachwerke mit Streben, Kopf- und Fußbändern und einem gemauerten Kern ausgeführt wurden. Durch die architektonisch gewünschte Durchdringung der Baukörper bleiben nur noch Teilstrukturen, wie eine halbe Kuppel übrig, die bekanntermaßen ein wesentlich ungünstigeres Tragverhalten besitzt. Streben und Kopfbänder fehlen, so daß zur Aussteifung der Pagoda aufwendige biegesteife Anschlüsse erforderlich wurden.

  • Bauherr:
    Implementing Experts Group (Appointed by His Majesty´s Government of Nepal), Kathmandu
  • Entwurf:
    Implementing Experts Group (Appointed by His Majesty´s Government of Nepal), Kathmandu
  • Tragwerksplanung:
    Ingenieurbüro kgs, Hildesheim
  • Ausführung:
    (Kunst-) Handwerker aus Nepal
  • Fertigstellung:
    1995
  • Bauwerksabmessungen:
    Länge / Breite: 30,0 m / 30,0 m
    Höhe (Spitze Stupa) 21,11 m
  • Bauweise:
    Kulturhistorisch traditionelle Bauweise
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